Dienstag, 28. Juli 2015

Rezension: Anatolien von Somer Sivrioglu

               
                                                  Cover: https://exlibris.blob.core.windows.net/covers/9783/8624/4763/3/9783862447633xl.jpg

Machen wir es kurz: Mir ist zum Heulen zumute. Selten so auf eine Neuerscheinung gefreut, selten so schwer enttäuscht worden. 

Erster Eindruck:
Leider kann ich euch über die gedruckte Ausgabe keine Auskunft geben, da mein Rezensionsexemplar im PDF-Format ist. Vorteil: Die Umwelt wird durch den elektronischen Versand geschont. Nachteile: Alle grossformatigen Fotos sind so stark verpixelt, dass ich über ihre Qualität kein Urteil abgeben kann. Ausserdem besitze ich keinen E-Reader und 350 Seiten am Computer durchzublättern bzw. lesen zu müssen, ist definitiv kein Vergnügen. 

Inhalt:
Was mir direkt ins Auge stach, waren die massiven Fehler bei den Mengenverhältnissen im ersten Kapitel. Bei den Simits (Sesamkringel aus Hefeteig) sollen insgesamt 435 ml Flüssigkeit und 300 Gramm Mehl zu einem elastischen Teig verarbeitet werden. In der Anleitung steht zwar, dass ein bisschen mehr Mehl untergeknetet werden soll, falls der Teig zu weich ist. Allerdings müsste in diesem Fall die Mehlmenge etwa verdoppelt werden. Für acht Stück werden ausserdem 350 Gramm Pekmez zum Tunken verlangt, die Hälfte davon ist erfahrungsgemäss mehr als ausreichend. Oh je, so ein Einstieg lässt nichts Gutes ahnen.

Weiter geht es mit dem Rezept für Finger-Pide: Ein halbes Kilo Mehl, 625 ml Flüssigkeit und dazu noch 50 ml Sonnenblumenöl. Coole Sache. Umgekehrt ist es bei den Teigrollen mit Haselnüssen. Wie man aus einem Kilo Mehl, zwei Eiern, 125 ml Öl und 125 Gramm Joghurt einen weichen, elastischen Teig zaubern kann, entzieht sich meiner Kenntnis. Die Brioche nach Balkanart werden mit drei Kartoffeln gefüllt. Ungefähre Grösse? Hilfreiche Gewichtsangabe? Fehlanzeige. Der Teig für die Pide mit viererlei Käse besteht aus 450 Gramm Mehl und völlig unzureichenden 100 ml Flüssigkeit. Für das Maisbrot mit Lauch und Sprotten, welches aus einem Kilo Mehl und je einem halben Kilo und Fisch und Gemüse besteht, sind nur 2 Teelöffel Backpulver als Lockerungsmittel vorgesehen. Rezepte in anderen Büchern verlangen für vergleichbare Mengen 1-2 Tüten Backpulver.

Und es hapert nicht nur bei den Backrezepten, auch sonst sind einige Mengenangaben reichlich merkwürdig. Beispielsweise Leber-Kebap: 300 Gramm Leberstücke werden mit fast ebenso viel Butter eingerieben. Viel zu viel hilft viel? Andererseits zeigt das Foto zu den Kretischen Eiern eine Pfanne voller Grünzeug, in deren Mitte vier gebratene Eier wie in einem Nest liegen. Mit einer Handvoll Wildkräuter ist das aber definitiv nicht zu bewerkstelligen. Ein oder zwei Salatsiebe voll wären eher angebracht, damit das Gericht für vier Personen reicht (vergleichbar mit dem Volumenschwund von Spinat). Beim Eintopf mit Hülsenfrüchten und Portulak ist dafür wieder Rätselraten angesagt. Wieviel wiegt ein Bund Portulak oder ersatzweise wilder Rucola? 50 Gramm? 100 Gramm? 250 Gramm? Mehr? Auf dem Foto ist der Eintopf zwar mit ein paar Blättchen dekoriert, aber es ist nicht erkennbar, wieviel unter die Hülsenfrüchte gemischt wurde. Wenig? Mehr? Viel? Ein weiteres Mysterium: Blätterteig für die Böregi wird mit kohlensäurehaltigem Mineralwasser und geschmolzener Butter zubereitet. Interessant. 

Auch Getränke und Suppen wurden vom Fehlerteufel nicht verschont. Salgam Suyu (fermentierter Karottensaft) wird mit einer doppelt so hohen Salzlösung angesetzt als gemeinhin empfohlen. Das behindert erstens die Milchsäuregärung und zweitens wird das Ergebnis viel zu salzig. Auch die Basilikumlimonade müsste meiner Meinung nach am Schluss noch kräftig verdünnt werden: 220 Gramm Zucker, Saft und Schalenabrieb (!) von 8 Zitronen und 500 ml Wasser ergeben zusammengemischt ein Konzentrat, pur würde ich das nicht trinken wollen. Dazu passt die kalte Mandelsuppe, die ebenfalls sehr konzentriert daher kommt. 360 ml Flüssigkeit, 125 ml Olivenöl, eine dicke Scheibe Brot und 160 Gramm Mandeln vereinen sich laut Rezept zu einer "Suppe", die in eine grosse (???) Schüssel umgefüllt wird. In der Zutatenliste für die pochierten Quitten kommen 660 Gramm Zucker vor, in der Anleitung wird aber nur etwa die Hälfte verarbeitet. Wohin mit dem Rest? Und dann hätten wir noch die Helva mit Joghurt-Himbeereis. Eine Masse aus 6 Eigelb, 3 Eiweiss, 220 Gramm Zucker, einem halben Liter Sahne und 2 Esslöffeln Joghurt soll ein "Joghurteis" ergeben. Danke, aber ich verzichte.

Neben dieser unvollständigen Aufzählung grober Fehler, mutet vieles andere geradezu harmlos an: Ayran wird mit Milch zubereitet, der Ersatz für Sucukwurst ist eine gefrorene, in dünne Scheiben geschnittene Hackfleischrolle, Manti werden als "Mini-Rindfleischklösschen" betitelt (es  handelt sich um eine Art Ravioli) und ähnliches mehr. Und lasst euch bloss nicht von Gerichten wie Jakobsmuscheln in Limettenmarinade mit Känguruh-Pastirma, Tintenfisch mit grünem Chili aus dem Wok oder Kalbskotelettes mit Blumenkohlpüree irritieren, denn der Autor lebt und arbeitet in Australien. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. 

Was meint der Magen:
Ich gebe ganz ehrlich zu, nach der enttäuschenden Lektüre hatte ich eigentlich gar keine Lust, aus dem Buch etwas nachzukochen. Trotzdem raffte ich mich auf, Kaymak aus Stärke, Rohmilch, Sahne und Butter "nachzubauen". Ergebnis: Undefinierbare Schlonze. Kein Vergleich zu frischem Kaymak. Sogar die lang haltbare Version aus der Dose ist um Klassen besser. Was spricht denn dagegen, Kaymak durch ähnliche, gute Milchprodukte zu ersetzen? Mascarpone, Crème double, Clotted Cream oder auch Schmand sind auf alle Fälle näher am Original, als dieser unbrauchbare Ersatzpudding. Die Hochzeitssuppe mit Huhn, Reis und Joghurt enttäuschte ebenfalls. Huhn und Kichererbsen werden ohne Salz gegart und unser Vogel war erst nach der verdoppelten Kochzeit durch. Das könnte natürlich auch an der Grösse des Tieres gelegen haben, denn wie in einigen anderen Rezepten auch, fehlt hier ebenfalls die Grammangabe (ungefähr hätte ja auch schon gereicht, wir wollen ja nicht pingelig sein). Die fertige Suppe kam nicht besonders gut an, Konsistenz und Geschmack glichen Reisbrei aus dem Babygläschen. Paprika- und Minzebutter konnten das Gericht leider auch nicht retten. Aus Trauer um das gute Huhn, habe ich dann das Handtuch geworfen.  

Fazit:
Wen wundert's: Keine Empfehlung meinerseits. Ausserdem möchte ich anmerken, dass ich die Versendung eines PDF-Dokumentes, anstelle eines reellen Rezensionsexemplares, ziemlich schäbig finde. Ich verfolge keinerlei finanzielle Ziele mit meinen Besprechungen. Just for fun und so. Aber für die vielen investierten Stunden, hätte ich gerne zumindest ein gedrucktes Exemplar als Gegenleistung. Bei Nichtgefallen (oder wegen ständiger Überfüllung sämtlicher Regale), landen diese nämlich bei der Hundehilfe Ungarn und sorgen für einen kleinen Mehrumsatz an ihren Flohmärkten.

Zum Abschluss noch das Kleingedruckte: Die in dieser Rezension geäusserten Ansichten und Meinungen sind zu 100% die Meinigen und wurden von niemandem beeinflusst.       
Das PDF wurde mir kostenlos vom Christian Verlag zur Verfügung gestellt.



Montag, 27. Juli 2015

Erdmandelbrownies (ohne Mehl, Butter und Nüsse)



Im Schrank stehen seit Anfang des Jahres zwei Gläser Erdmandelcrème von Govinda. Eines hatte ich mir damals selber gekauft, und kurze Zeit später ein weiteres Glas geschenkt bekommen. Leider hat sich herausgestellt, dass ich mit diesem Aufstrich überhaupt nichts anfangen kann. Normalerweise wird beim Vermahlen Erdmandelöl zugegeben, um eine streichfähige Paste zu erhalten. Govinda hat aber bei ihrem Produkt einen anderen Weg eingeschlagen und sich für billigeres Sonnenblumenöl als Streckmittel entschieden. Zusammen mit der parfümartigen Vanillenote ergibt das eine eigenartige Pampe, welche ich pur nicht essen mag. (Obwohl auf dem Etikett nur "Vanille" angegeben ist, empfinde ich den Geschmack als künstlich. Ausserdem erinnert er mich an die gelben, tannenbaumförmigen Bedufter für's Auto aus den 80ern). Der Vanillemief ist so penetrant, dass er auch aus Smoothies und Fruchtdesserts heraussticht. Nach einigen Überlegungen kam mir die Idee, dass eine Kombination aus dunkler Schokolade, Kakao, Kokoszucker und Rum den unerwünschten Geschmack überdecken könnte. Um meine Theorie zu überprüfen, änderte ich das Kürbiskernbrownies-Rezept ein wenig ab und schob eine halbe Stunde später die Backform in den Ofen. Zu meinem grössten Missfallen hat es nicht ganz geklappt, die störende Vanille war immer noch viel zu deutlich wahrnehmbar. Aber der Browniekuchen an sich war klasse. Ein zweiter Anlauf, mit einem anderen Erdmandelmus, überzeugte sogar Herrn C. Aber was mache ich jetzt mit dem übrigen Glas von Govinda? 


Für eine kleine Kastenform (21 x 12 cm):

  • 1 Ei, Grösse XL
  • 55 gr Kokospalmzucker
  • 2 Tl Kakaopulver
  • 2 Prisen Salz
  • 65 gr dunkle Schokolade, mind. 70%
  • 1/2 Tl Weinsteinbackpulver
  • 140 gr Erdmandelmus
  • 1 Tl Rum (optional)

Ofen auf 160 Grad vorheizen, Gitter auf der mittleren Schiene einschieben. Form mit Backpapier auslegen. Ei mit Zucker, Kakaopulver und Salz gründlich verquirlen. Schokolade grob hacken und mit Weinsteinbackpulver unter die Eimischung rühren. Zuletzt Erdmandelmus und Rum schnell untermischen, bis der Teig gerade homogen ist. In die vorbereitete Form geben, gleichmässig verteilen und 20-22 Minuten backen, bis der Kuchen aufgegangen und die Oberfläche gebräunt ist. Die Masse geht ziemlich auf, fällt aber beim Abkühlen wieder zusammen. Auf einem Gitter 10 Minuten abkühlen lassen, aus der Form heben, mit einem Löffel portionieren und lauwarm servieren. Oder in der Form auskühlen lassen, herausheben, in fingerdicke Scheiben schneiden und geniessen. Am besten noch am Backtag verspeisen.


Sonntag, 26. Juli 2015

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -15-



[GE]gessenÜberbackener Fenchel, lauwarm serviert

[GE]trunken: Gurkenwasser mit Verveine und Ringelblumenblüten

[GE]kocht: Kurkuma-Cassia-Tee 

[GE]backen: Heidelbeer-Chüechli mit Ruchmehl und Koriander

Ein[GE]froren: Purpurne Plumcots und Heidelbeeren

  [GE]wesen: Auf der Terrasse, Fledermäuse beobachtet

[GE]sehen: Killer Elite mit Clive Owen

[GE]lesen
Land of the Blind - Barbara Nadel
Fermented Vegetables - Kristen Shockey  

[GE]freut und gleich ein[GE]packt: 
Über die günstigen Buchpreise in einem Brocki
Kleine Auswahl der Beute:
Buttenmost und Ochsenschwanz - Martin Jenni
Roggen und Schwarzbrot - Kichler & Reiner
Alb-Leisa - Thomas Stephan
Falscher Hase - Ruth Reichl 
Die Romanows - Robert K. Massie
Das Leben der grossen Mätressen - Caroline Hanken
[GE]ärgert:
Das Buch über Byzantinische Kunst ist mir auf dem Weg zur Kasse 
irgendwie abhanden gekommen. Bemerkt habe ich es aber erst, 
als wir wieder zu Hause waren. Ärgerlich. Sehr ärgerlich. 

[GE]kauft: Urfa Biber, auch bekannt als Isot(Biber) 
Fermentierte Chiliflocken, die nach Rosinen, Schokolade und Rauch schmecken. Génial, sage ich euch. 

[GE]hört und [GE]lacht:
Nights on Broadway - The Bee Gees
                               
Das beige Deux-Pièces ist der Knaller!
Meine Oma hatte exakt die selben Kleidungsstücke....


Freitag, 24. Juli 2015

Buchvorstellung: Vegan Oriental von Parvin Razavi



Gleich vorneweg: Es handelt sich bei Vegan Oriental nicht um eine Zusammenstellung von bekannten, traditionellen und seit jeher veganen Gerichten aus dem orientalischen Raum, wie der Titel vermuten lässt. Dank dieser falschen Annahme war ich beim ersten Durchblättern nämlich ziemlich irritiert. Curry-Hummus? Revani mit Dinkelmehl? Gegrillter Blumenkohl? Bitte? Hätte ich, wie man das allgemein sowieso tun sollte, zuerst das Vorwort aufgeschlagen, wäre mir folgendes nicht entgangen (ich zitiere die Autorin): ".. Die von mir kreierten Rezepte sind oft sehr einfach, meist in weniger als einer halben Stunde nachgekocht und lassen so jede Menge Zeit zum Geniessen!...." Aha, so ist das also. Darum alle Vorbehalte aus dem Kopf verbannt und noch einmal ganz von vorne angefangen zu lesen.

Erster Eindruck:
Bunt und fröhlich. Mattes Papier, matte Fotos, viele Illustrationen. Alles ist stimmig, ohne gekünstelt zu wirken. Fast jedes Rezept wird durch ein seitenfüllendes Foto begleitet. Die meisten Zutatenlisten sind kurz und beanspruchen samt Anleitungen insgesamt oft nur eine halbe Seite. Ausserdem sind sie sehr übersichtlich gehalten und leicht verständlich beschrieben. Leider wurden die Gerichte nicht durchgehend zweisprachig betitelt, aber das ist nur ein kleiner Minuspunkt. Ausgemerzt wird er sowieso gleich durch den Hinweis, dass das einzige im Buch verwendete Ersatzprodukt Sojajoghurt ist. 

Inhalt:
Nach dem Vorwort folgt die Vorstellung der sympathischen Autorin und Bloggerin (mir bis dahin unbekannt), die im Iran geboren wurde und später mit ihrer Familie nach Österreich emigrierte. Auf den nächsten Seiten werden im Glossar die wichtigsten Zutaten in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet, zwei persische Reiszubereitungen erklärt und bevor man sich ins Kochvergnügen stürzt, noch Hinweise zu den Mengenangaben im Rezeptteil gegeben. Die folgenden 160 Seiten sind in geographische Kapitel unterteilt: Iran, Armenien, Syrien, Libanon & Jordanien, Ägypten, Marokko und Türkei. Die Reihenfolge der Gerichte in den einzelnen Kapiteln ist der Servierfolge entsprechend: Mezze, Hauptspeisen, Beilagen und Desserts. (Wobei nicht in jedem Kapitel zwingend jede Kategorie vertreten ist). Unsere kulinarische Reise durch den Orient startet also mit einer grossen Mezzeplatte. Empfehlen würde ich euch Mirza Ghasemi (rotes Auberginenmousse), Zitrussalat mit Sumach, Berberitzen und Pistazien, saure Karotten-Torshi, gebackene Mante mit Kürbisfüllung, gebratene Okras, breite Bohnen in Tomatensauce, Tabouleh aus Granatapfelkernen und Äpfeln, karamellisierter Fenchel mit Berberitzen, Relish mit Orangen und Koriander und dazu Khoubiz (libanesisches Fladenbrot, mit 25 Gramm Hefe auf 750 Gramm Mehl zubereitet). Als Hauptgericht hätten wir Baghali Ghatogh (Saubohneneintopf mit Dill) und Auberginen mit Walnuss-Granatapfelfüllung. Als Beilage passen Juwelen-, Safran- oder Linsenreis. Wer es leichter mag, nimmt einfach die gefüllten Tomaten. Im Herbst würde ich euch die Butternusskürbis-Tajine mit Koriander-Dattel-Couscous ans Herz legen und im Winter die gebackene Kartoffel-Kibbeh. Den Abschluss bilden frische Früchte, Zimt-Tee und türkischer Kaffee. Für die Süssschnäbel unter euch hätte ich noch ein Stückchen Mandel-Rosen-Kuchen und Feigen in Sirup. Na, wer möchte als erster bestellen? 

Was meint der Magen?
Der Zitrussalat aus Orangen, Grapefruit, Sumach, Berberitzen, Pistazien und Minze hat mich aus den Socken gehauen. Jeder Bissen offenbart eine andere Geschmackskombination, zum Beispiel süss und bitter, sauer und salzig oder minzig und pfeffrig. Wenn Sumach und Olivenöl durch etwas Zitronensaft und zwei Esslöffel Orangenblütenwasser ersetzt werden, wird aus dem Salat im Handumdrehen ein erfrischendes Dessert. Beim Mast' o Khiar (persischer Dip mit Gurke und Rosenblüten) habe ich mir erlaubt, Soja- durch Kuhmilchjoghurt zu ersetzen, da ich Sojajoghurt auf den Tod nicht ausstehen kann. Die Kombination aus Gurke, Knoblauch, Rosinen und getrockneten Rosenknospen ist wohl aber auch mit pflanzlichem Joghurt ziemlich gewöhnungsbedürftig. Nicht schlecht, aber recht speziell. Besonders, da es mit keiner der ausprobierten Beilagen (grillierte Zucchini- und Auberginenscheiben, Tomaten, Paprika und Fladenbrot) wirklich harmonierte. Herr C. hat dafür plädiert, bei einem zweiten Anlauf die Rosinen und Rosenknospen ersatzlos zu streichen. Mein Einwand, dass es dann ein gewöhnliches Tzatziki wäre, hat er freudig nickend quittiert.... Der Mandeldip aus fein gemahlenen Mandelblättchen, Brotkrumen, Knoblauch, Essig und Öl kam wesentlich besser an, wie das Foto beweist:


Die Linsenlaibchen bestehen eigentlich nur aus einer gewürzten Linsen- und Kartoffelmasse. Ich hatte vom Vortag aber noch eine Portion Dinkelreis übrig, die ich frech untergemischt habe. Herr C. hat ein Laibchen probiert, als ganz okay eingestuft, und dann mit Lichtgeschwindigkeit die dazu gehörenden gebratenen Tomatenscheiben weggefuttert. (Inklusive den zur Seite gelegten Exemplaren für's Foto).


Geheimtipp: Übrig gebliebene Laibchen (doofes Wort, ich weiss) mit Tomatenscheiben und reichlich Sesam-Petersilien-Sauce in ein Brötchen packen und am nächsten Tag als Lunch geniessen. 

Fazit:
Ich persönlich finde es grandios, dass in diesem Kochbuch auf jegliche Soja- und vegane Ersatzprodukte (ausser Sojajoghurt) verzichtet wurde. Weit und breit kein Tofu, kein Tempeh, keine Sojaschnetzel, kein Nussmus, kein veganer Käse, kein Liquid Smoke und keine hippen Superfoods wie Goji oder Maca. Fast alle Rezepte basieren auf Gemüse, Hülsenfrüchten und Reis/Kartoffeln/Couscous. Klingt langweilig? Ist es aber definitiv nicht. Ganz im Gegenteil. Darum, und weil das Preis-Leistungs-Verhältnis absolut stimmig ist, bekommt das Buch von mir eine uneingeschränkte Kaufempfehlung.

Zum Abschluss noch das Kleingedruckte: Die in dieser Rezension geäusserten Ansichten und Meinungen sind zu 100% die Meinigen und wurden von niemandem beeinflusst.       
Einen ganz herzlichen Dank an den NeunZehn Verlag, der mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.


Dienstag, 21. Juli 2015

Orangen-Buttermilch mit Kardamom



Obwohl ich sonst sehr wärmeliebend bin, macht mir die momentane Hitzewelle ziemlich zu schaffen. Der Speiseplan besteht darum vorwiegend aus Rohkost (z.B. klein geschnippelten Tomaten, Peperoni, Gurken, Melonen), Salaten und literweise Cold Brew Tea. Trotzdem fühle ich mich unglaublich schlapp und versuche als Ausgleich, möglichst viele Vitamine in mich hineinzustopfen. Darum gab es die letzten Tage zum Frühstück Orangen-Buttermilch, die daneben gleich noch den Vorteil hat, herrlich erfrischend zu sein. 


Für 1-2 Personen:

  • 350 ml Buttermilch
  • 175 ml frisch gepresster Orangensaft mit Fruchtfleisch (3-4 Saftorangen)
  • 1-2 El frisch gepresster Zitronensaft
  • 1/8 Tl frisch gemahlener grüner Kardamom
  • optional ein paar Eiswürfel

Alle Zutaten in den Mixbecher geben und eine Minute auf höchster Stufe durchquirlen. Mit oder ohne Eiswürfel servieren. Wer mag, ergänzt das Getränk noch mit 1 Teelöffel Rosen- oder Orangenblütenwasser.


Sonntag, 19. Juli 2015

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -14-



[GE]gessen: Ballenberg-Wurst

[GE]trunken: Orangen-Buttermilch mit Kardamom

[GE]kocht: Glasnudelsalat

[GE]backen: Zitroniges Buttermilchbrot

[GE]wesen: Im Garten für die tägliche Gurkenernte

[GE]sehen: Wenn die Gondeln Trauer tragen

[GE]lesen: Grotesk - Natsuo Kirino

[GE]freut: Über das perfekte Fermentierungsverhalten 
der Tomaten-Peperoni-Salsa

[GE]ärgert: Über überrissene Portokosten, 
die mehr als das Doppelte der Postgebühr betragen

[GE]kauft: Vier Gährröhrchen und passende Stopfen 

[GE]hört: This Bitter Earth - Andrew Strong
Und danach noch den Rest des Debütalbums "Strong" aus dem Jahr 1993

[GE]schenkt bekommen:
Froilein Schwesterherz war geschäftlich in Griechenland unterwegs und hat mir, neben anderen Kleinigkeiten, zwei extragrosse Kochlöffel aus Olivenholz und Mastix-Zahnpasta mitgebracht. 
Danke se Lieblingssista!


Montag, 13. Juli 2015

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -13-



[GE]gessen: Einen hervorragenden Döner Kebap
(muss zwischendurch auch mal sein)

[GE]trunken: Cold Brew Tea aus Chrysanthemenblüten 

[GE]kocht: Zucchini mit Granatapfelsirup und Za'atar

[GE]backen: Stachelbeerchüechli

[GE]wesen: In Dornach, um den Neubau des Theaters zu beäugen

[GE]sehen: Berlin2Shanghai - 13'000 Kilometer mit dem Velo

[GE]lesen:
Die Bounty. Die wahre Geschichte der Meuterei - Caroline Alexander
Schlange im Paradies. Reise zu den Nachfahren der Bounty - Dea Birkett

[GE]freut: Über eine neue Quelle für Bio-Kokosblütenzucker. 
Ein Teil des Erlöses geht an ein Schulprojekt in Indonesien und trotzdem kostet das Kilo nur 9 Franken. Mehr Infos demnächst.

[GE]ärgert: Über Händler, die sich als harmlose Flohmarktbesucher ausgeben und ahnungslose Hobbyverkäufer übers Ohr hauen.

[GE]kauft: Ein Päckchen Mizuna-Samen für den Herbst

[GE]hört:

                               

[GE]lacht: 
Flohmarktbesucherin: Wieviel kostet diese Lampe?
Verkäufer: Wieviel ist sie ihnen den Wert?
Flohmarktbesucherin: Es wäre ein Geschenk für meine Schwiegermutter.
Also höchstens fünf Franken. Obwohl... Wenn ich es mir recht überlege, reicht auch ein gekaufter Kuchen. So eine Gummiroulade von M-Budget. Mehr hat sie gar nicht verdient.

Scheint eine äusserst glückliche Beziehung zu sein...