Sonntag, 19. Oktober 2014

Kürbissuppe mit Cashewsahne



Momentan versuchen wir unseren Schrebergarten winterfertig zu bekommen, was bei dem unberechenbaren Oktoberwetter gar nicht so einfach ist. Gestern strahlte die Sonne und Herr C. buddelte zuerst eine Menge Topinambur aus der Erde. Danach widmeten wir uns den unzähligen verblühten Blumen und allen anderen Pflänzchen, die zurück- oder abgeschnitten werden mussten. Während Herr C. den Kompost mit Abraum fütterte, machte ich mich im Beet nebenan auf die Suche nach eventuell übersehenen Kürbissen. Unter der Riesenkapuzinerkresse, deren Blätter teilweise grösser als eine normalen Untertasse sind (!), hatten sich tatsächlich noch drei Blue Kuri und ein Mini-Acorn versteckt. Zusammen mit den 9 Exemplaren, die wir vor drei Wochen geerntet haben, ergibt das die Rekordsumme von 12 Kuri Kabochas an nur einer Pflanze. Nicht schlecht, gell?


Solche Erträge bin ich sonst nur von Zierkürbissen gewohnt, die essbaren Sorten produzieren bei uns selten mehr als vier Früchte pro Pflanze. Richtig gelagert halten sich die eher mehligen, nach Marroni schmeckenden Kürbisse mehrere Monate. Doch ein Exemplar musste gleich verarbeitet werden, weil ich beim Ernten aus Versehen den Stielansatz verletzt hatte. Phantasielos wie ich manchmal bin, kam mir nichts anderes in den Sinn, als daraus eine Suppe zu kochen. Die sonnige Farbe verdankt sie der frischen Kurkumawurzel, der Cashewsahne und dem Pimenton de la Vera den letzten Pfiff. 


Für die etwa 250 ml Cashewsahne:

  • 125 gr rohe Cashews

Cashews in eine Schüssel geben, mit reichlich kaltem Wasser bedecken und über Nacht (12 Stunden) einweichen. Am nächsten Tag in ein Sieb schütten, gut abbrausen und kurz abtropfen lassen. Zusammen mit 120 ml frischem Wasser in den Mixer geben und ganz glatt pürieren. Am Schluss sollte die Sahne die Konsistenz von crèmigem Joghurt haben. Wenn sie zu dick ist, esslöffelweise mehr Wasser einpürieren. Sie kann sofort weiterverwendet werden und ist im Kühlschrank 3-4 Tage haltbar.


Für 6-8 Portionen Suppe:

  • 1 mittelgrosser Kürbis, ca. 1,4 Kilo (ergibt etwa 1 Kilo Fruchtfleisch)
  • 2 El Ghee oder Rapsöl
  • 2 grosse Zwiebeln
  • 2 mittlere Karotten
  • 1 daumengrosses Stück Kurkuma
  • ein grosszügiger Schuss Noilly Prat 
  • 2 Liter Hühner- oder Gemüsebrühe
  • 2 Wacholderbeeren, fein zermörsert
  • oben angegebene Menge Cashewsahne
  • Salz, Pfeffer, frisch geriebene Muskatnuss 
  • Pimenton de la Vera (scharf)

Kürbis in handliche Schnitze schneiden, entkernen, schälen und in walnussgrosse Stücke zerteilen. Ghee bei kleiner Hitze in einem grossen Topf schmelzen lassen. Zwiebeln und Karotten schälen, in kleine Stücke schneiden, in den Topf geben und einige Minuten schmurgeln lassen, bis die Zwiebelstücke leicht gebräunt sind. Kurkuma schälen und fein hacken. Zwei Minuten mitbraten, Hitze hochdrehen und mit Noilly Prat ablöschen. Kürbis und Wacholderbeeren in den Topf geben und mit der Hühnerbrühe auffüllen. Deckel auflegen und etwa 15 Minuten kochen, bis das Gemüse weich ist. Mit dem Stabmixer fein pürieren, Cashewsahne zugeben und kurz einpürieren. Ggf. mit heissem Wasser verdünnen, falls die Suppe zu dick ist. Mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss und Pimenton de la Vera abschmecken und heiss servieren.

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Focaccia mit Kräutern und Käse (frei nach Ciril Hitz und Plötzblog)



Ciril Hitz hat den Teig vorgegeben, von Plötz stammt die Idee mit dem Belag und den Rest habe ich nach meinem Gusto zusammengebastelt (für den World Bread Day wurschtel ich nur auf hohem Niveau ;-).


Um dem Brot einen rustikaleren Geschmack zu geben, nahm ich für den Poolish das dunkle Ruchmehl Spezial der Mühle Maisprach. Und das würde ich jederzeit wieder tun. Die Focaccia war einsame Spitze!


Poolish:
  • 190 gr Ruchmehl Spezial
  • 200 gr Wasser
  • 1 gr Trockenhefe
Hauptteig:
  • gesamter Poolish
  • 360 gr Weizenmehl Typ 550
  • 240 gr Wasser
  • 2 gr Trockenhefe
  • 10 gr Salz
Kräuteröl:
  • 4 kleine Zweige Rosmarin
  • 4 Zweige Oregano oder Majoran
  • 4 Zweige Thymian
  • 1 kleine Knoblauchzehe, sehr fein gehackt
  • 4 El mildes Olivenöl
Extra:
  • 80 gr an der Bircherraffel geriebener Käse (ich: Mutschli aus Leukerbad)

Die Poolish-Zutaten vermengen und 12 Stunden bei etwa 20°C reifen lassen. Zur gleichen Zeit das Olivenöl mit den fein gehackten Kräutern und Knoblauch verrühren und über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen. Am nächsten Tag die Zutaten für den Hauptteig 3 Minuten auf niedriger Stufe und 5 Minuten auf mittlerer Stufe in der Kitchen Aid kneten. Den Teig in einer geölten Schüssel mit flachem Boden 2 Stunden gehen lassen. Alle 30 Minuten ein Stretch & Fold Zyklus in der Schüssel durchführen, um die Glutenstruktur zu entwickeln. Den Teig anschließend auf ein mit Backfolie belegtes und mit Olivenöl bestrichenes Blech geben, mit dem Kräuteröl beträufeln und vorsichtig mit den Fingern in die Breite bzw. Länge ziehen, soweit es ohne grösseren Widerstand des Teiges möglich ist. 10 Minuten ruhen lassen. Anschließend erneut vorsichtig dehnen, damit der Teig möglichst auf dem gesamten Blech verteilt ist. Mit eingeölter Klarsichtfolie abdecken und weitere 30-40 Minuten aufgehen lassen. Unterdessen Ofen auf 250 Grad vorheizen. Focaccia auf der zweiten Schiene von unten 20 Minuten anbacken. Den Käse darüber verteilen, eine Schiene höher einschieben und in 7-10 Minuten fertig backen. Am besten lauwarm servieren.


Mittwoch, 15. Oktober 2014

Eifreie Mayonnaise aus Milch und Rapsöl



Rapsöl nimmt auf meiner persönlichen Favoritenliste seit Jahren den ersten Platz ein, gleich vor Oliven- und Pistazienöl. Glücklicherweise gibt es mehrere Rapsölproduzenten hier in der Gegend, wobei einige Erzeugnisse nur in Hofläden oder auf Bauernmärkten erhältlich sind. Ebenfalls aus der Region stammt das sehr empfehlenswerte Thaler Rapsöl, welches seit einiger Zeit auch im Coop erworben werden kann. In meinem Vorratsschrank finden sich immer zwei Varianten. Das kalt gepresste Öl für alle kalt zubereiteten Speisen und das raffinierte zum Braten und Backen. Eine Salatsauce aus meiner Küche ohne Rapsöl? Undenkbar!

Peggy vom Blog multikulinarisches hat in Zusammenarbeit mit der UFOP zur Rapsölution aufgerufen und obwohl man 6 Wochen Zeit hatte, einen Beitrag zu schreiben, bin ich wieder einmal erst auf den letzten Drücker dabei. Dabei hatte ich den Post schon Ende September fixfertig. Aber dann rutschte er vor lauter Gartenarbeit (ernten, verarbeiten, einlagern) gedanklich immer mehr nach hinten, bis mir heute Abend siedendheiss einfiel, dass am 15. Oktober um 23.59h Abgabeschluss ist. Ähem...... Damit das Rapsöl geschmacklich eine Hauptrolle spielt, entschied ich mich für eine Neuauflage der Maionese de Leite, deren Rezept ich über die Jahre hinweg ein bisschen verbessern konnte. Bitte einen Tusch und Vorhang auf für die köstliche, vielseitige und garantiert salmonellenfreie Mayonnaise aus Milch und Rapsöl.


Für ein Glas mit 350 ml Fassungsvermögen:

  • 120 ml kalte Vollmilch
  • 180 ml Rapsöl
  • eine klitzekleine Knoblauchzehe, geschält und in Stücke geschnitten
  • 2 Tl Zitronensaft
  • 1 Tl feiner Dijonsenf
  • 1/2 Tl feines Meersalz
  • zwei Umdrehungen schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • 2 Msp Kurkumapulver
  • Weissweinessig nach Geschmack

Alle Zutaten bis und mit Kurkumapulver in einen hohen Mixbecher geben. Stabmixer reinstellen und einschalten. Wenn das Öl mit den anderen Zutaten emulgiert (d.h. unten im Becher wird die Masse ganz hell und dick), den Stabmixer langsam hochziehen. Etwa 40 Sekunden weitermixen. Nun solltet ihr eine weisse, puddingähnliche Masse im Glas haben. Wenn nicht, einfach noch etwas weiter bearbeiten. Am Schluss sollte die Mayo homogen sein, also eine gleichmässige Konsistenz ohne sichtbaren Ölschlieren aufweisen. Mayonnaise abschmecken und nach Wunsch noch 1-2 Teelöffel Essig einpürieren. In ein sauberes Glas umgefüllt und im Kühlschrank aufbewahrt, hält sie sich problemlos 2 Wochen (bei Verwendung von UHT-Milch auch länger). Bitte beachten: Im Kühlschrank wird die Mayonnaise noch etwas fester. Wer eine flüssigere Variante bevorzugt, sollte vor dem Abfüllen noch etwas mehr Milch untermischen. Wird eine hellere bzw. fast weisse Farbe gewünscht, das Kurkumapulver einfach weglassen .




Sonntag, 12. Oktober 2014

Apple Butter mit Rum aus dem Slow Cooker



Zum Geburtstag durfte ich mir ein neues Spielzeug aussuchen und die Wahl fiel auf einen kleinen Slow Cooker. Um mich mit der Funktionsweise und den Eigenheiten des Gerätes vertraut zu machen, suchte ich ein paar einfache Rezepte zusammen. Apple Butter stand am Schluss ganz oben auf der Liste, da ich noch eine Menge ungespritzte Äpfel mit kleinen Makeln (Druckstellen u.ä.) zu Hause hatte, die sich nicht für eine längere Lagerung eigneten. Frau Mama bekommt sie von einer netten Nachbarin geschenkt und gibt mir immer einige Kilos ab, die ich normalerweise zu Apfelmus verarbeite und dann portionsweise einfriere. Apple Butter ist eigentlich nichts anderes als länger eingekochtes, eingedicktes Apfelmus in den Schattierungen braun-rot bis dunkelbraun. Ob mit oder ohne Schale gekocht, ist reine Geschmackssache. Weil die verwendeten Äpfel superbiologisch waren, sparte ich mir beim ersten Batch das Schälen. Nach dem Pürieren hatte es noch winzige Fitzchelchen in der Masse, die partout nicht verschwinden wollten. Aber da keiner der Testesser sie als störend empfand (meine Meinung zählt nicht, ich bin überkritisch), stufe ich diese Art der Zubereitung als gelungen ein.


Nachdem der zweite und dritte Batch ohne Schale eingekocht wurde, konnte ich direkt vergleichen und der Unterschied ist wirklich marginal. Nur wenn die Apple Butter löffelweise ohne alles gegessen wird, könnten die Fitzelchen eventuell als störend empfunden werden. Mit Betonung auf "eventuell". Da der Aufwand, besonders wenn es sich um kleine oder fast winzige Exemplare handelt, in keinem Verhältnis zu dem "eventuell" steht, dürfen Bioäpfel bei mir auch weiterhin ungeschält im Topf landen. Wer sich trotzdem für's Schälen entscheidet, kann aus den Resten noch ein Apfelschalengelée kochen (Rezept folgt). Technische Daten: Mein Slow Cooker fasst 3,5 Liter und in den Einsatz passen etwa 1,5 Kilo Apfelschnitze. Bei grösseren oder kleineren Geräten bitte Mengen und Kochzeit entsprechend anpassen.


Für 4 Gläser à 250 ml:

  • ca. 1,8 Kilo ungespritzte Äpfel
  • 250 ml Süssmost (ich: mit 10% Quittensaft gemischt)
  • 2 El Apfelessig 
  • 2 gehäufte El brauner Zucker
  • 1 Tl Zimt
  • 1 Tl Hildegards Kuchen- und Keksgewürz 
  • 1/4 Tl Vanillepulver
  • 1 Prise Salz
  • etwa 2 grosszügige El Birnel 
  • 3 El brauner Rum

Äpfel gründlich waschen oder schälen und vierteln. Druckstellen, Kerngehäuse und Fliege wegschneiden und das Fruchtfleisch in maximal 1 cm dicke Scheiben zerteilen. In den Einsatz des Slow Cookers geben und diesen bis zum Rand füllen. Süssmost mit Essig mischen, über die Äpfel giessen. Mit dem Zucker bestreuen, Deckel auflegen und 8-14 Stunden auf LOW oder 6-10 Stunden auf HIGH garen. Leider kann ich die Garzeit nicht genauer angeben, da sie je nach verwendeter Apfelsorte, Dicke der Schnitze, verwendetem Gerät usw. sehr stark schwanken kann. Am besten ist, wenn man alle paar Stunden mal in den Topf guckt und dabei gleich noch kurz umrührt, um die Konsistenz zu prüfen. Wenn die Äpfel zusammengefallen und zu einem stückigen Mus verkocht sind, ist es Zeit für den Einsatz des Stabmixers. Einfach direkt im Topf pürieren. Wer es stückiger mag, überspringt diesen Schritt. Nun den Deckel versetzt auflegen oder einen Holzlöffel unterlegen, damit Dampf entweichen und das Mus eindicken kann. Das kann, je nach gewünschter Dicke, 2-6 Stunden (oder auch einiges länger) gehen. Ich empfehle spätestens jetzt auf HIGH umzuschalten, sonst dauert es echt eeeeewiiiiig.

Ist die gewünschte Konsistenz fast erreicht (ca. 1-2 Stunden vor dem Abfüllen), wird nachgesüsst und gewürzt. In diesem Fall also mit Zimt, Hildegards Mischung, Vanille, Salz, Rum und Birnel nach Geschmack. Probieren und wenn die Apple Butter den Erwartungen entspricht, wird abgefüllt. Zum Vorwärmen (und halbwegs sterilisieren) fülle ich die sauberen Gläser mit kochendem Wasser und lasse sie so mindestens fünf Minuten stehen. Unterdessen werden die Deckel mit hochprozentigem Alkohol ausgeschwenkt. Heisses Wasser ausgiessen und die Apple Butter so schnell wie möglich einfüllen. Deckel gut zudrehen und die Gläser eingepackt in 2-3 Lagen Geschirr- oder Handtücher auskühlen lassen. So erhöht man die Chance, dass sich ein Vakuum bildet und der Glasinhalt auch ohne Kühlung einige Wochen haltbar ist. Hat sich kein Vakuum gebildet, sollte die Apple Butter innerhalb einer Woche aufgebraucht oder die Gläser im Kühlschrank gelagert werden. Offene Gläser immer in den Kühlschrank stellen und innerhalb von zwei Wochen verbrauchen. Man kann sie zwecks längerer Haltbarkeit natürlich auch noch einwecken, aber das habe ich noch nicht ausprobiert.

Und was macht man denn mit Apple Butter? Beispielsweise auf Brot, Toast, Scones oder Biskuits streichen, als Kuchen- oder Tortenfüllung verwenden, ins Joghurt rühren, mit Quark servieren, zu Vanilleeis reichen, über Porridge löffeln oder mit Senfpulver vermischen und damit Schweinebraten den letzten Pfiff geben.

P.S. Herr C. mag die Apple Butter am liebsten nur mit 1/4 Tl Vanillepulver und 1 Tl Zimt gewürzt.


Donnerstag, 9. Oktober 2014

Ein Berg ist nicht genug....


...wenn zwei Weiber eine Reise tun.
Der erste Teil unseres Ausfluges stand ganz unter dem Motto "On Her Majesty's Secret Service"
Schilthorn, wir kommen! 

Nach einer langen Zugfahrt ging es ab Lauterbrunnen mit der Seilbahn hoch

Gottseidank hat das Wetter mitgespielt, die Tage vorher waren neblig und regnerisch

 Weiter mit dem Bähnli nach Mürren

Schon auf der Fahrt konnten wir grandiose Bilder geniessen


 Von der BLM-Endstation ging es quer durch das Dorf...

 ...bis zur Seilbahn, die uns zum Piz Gloria hoch brachte

Wie cool ist das denn?

Und aus der Nähe sogar noch cooler

Na, kommt uns das hässliche Treppendingsbums nicht bekannt vor?

Nur für Frühaufsteher: James Bond Brunch (übrigens das Geburtstagsgeschenk der Lieblingsnichte)
Weggli, Gipfeli, div. Brotsorten, Käse, Wurst, Lachs, Eier, Birchermüesli, Pancakes, Rösti 
und noch viele Leckereien mehr gibt es à discrétion für günstige 29 Franken pro Person. 
Sogar ein Gläschen Prosecco zur Begrüssung und alle weiteren Getränke sind im Preis inbegriffen.
Prädikat: MUST DO!

*giggel*

Während wir das Büffet plünderten, drehte sich das Restaurant ständig.
Eine Umdrehung dauert 45 Minuten und bietet alle paar Minuten eine neue Sicht
auf die grandiose Bergwelt.

Auf zum Verdauungsspaziergang

Erklärungstafeln für Stadtkinder wie uns

 An schönen Tagen reicht die Sicht sogar bis zum Feldberg. Wow.

 
Wenn ich mich nicht täusche, müssten das da hinten Eiger, Mönch und Jungfrau sein

Fast wären wir der Verlockung erlegen, doch die Bequemlichkeit siegte und so...

 
....nahmen wir wieder die Seilbahn bis zur Station Birg

Oha, der Nebel hatte uns eingeholt

Schnell noch zum Skywalk, bevor nichts mehr zu sehen ist

Panisch noch ein paar Fotos geschossen

Und dann war alles weg. Unheimlich, wie schnell das dort oben geht.

 Das letzte Teilstück nach Stechelberg hinunter ist nichts für schwache Nerven

Da wir ja in der Nähe waren, bot sich noch ein Ausflug zu den Beatushöhlen an

 Der Aufstieg in den warmen Winterkleidern war schweisstreibend, aber die Sicht über den Thunersee entschädigte für die Mühen.

Lieblingsnichte wünschte sich eine Führung (neuerdings darf man zu gewissen Zeiten auch alleine auf Erkundungstour) und nach fünf Minuten unter der Erde wünschte ich mir, ich hätte ihr den Wunsch abgeschlagen. Die Guide-Tante scheuchte uns in so einem Affenzahn durch die Höhlen, dass auf dem Hinweg keine Zeit blieb, um Fotos zu machen oder die Erklärungstafeln zu lesen.

 Auch auf dem Rückweg blieb kaum Zeit zum Fotografieren. 
(Eine Stunde im Fitnessstudio wäre etwa gleich entspannend gewesen)

 Der Koh-I-Noor, eines der Highlights

Ein letzter Ausblick auf den See, bevor wir geschafft (hauptsächlich ich) 
und sehr zufrieden (beide) die Heimreise antraten.

Und wer jetzt Lust auf einen Ausflug ins Berner Oberland bekommen hat, aber aus irgendeinem Grund nicht gleich losdüsen kann, dem empfehle ich (neben dem Film natürlich), das oben abgebildete Buch. Lustiges, Kurioses und natürlich viel Interessantes rund um 


Dienstag, 7. Oktober 2014

Crèmiger Schokopudding aus Chia



Mein erster Chiapudding löste bei mir keine Begeisterungsstürme aus. So sehr ich matschig-wabblig-schlammiges Essen wie dicke Suppe, Griessbrei und Jellies liebe, so wenig mag ich geschmackloses glibberig-schleimiges Zeug. Ich sage nur: Jellyfish - Chinarestaurant - Antwerpen. *schüttel* (Und nein, diese Bestellung ging ausnahmsweise nicht auf meine Kappe).

Werden Chiasamen etwa im Verhältnis 1:7 mit Flüssigkeit vermischt, bildet sich nach einigen Minuten eine Art Gel von sehr eigenartiger, schlotziger Konsistenz mit Tendenz zur Schleimigkeit. Natürlich spricht nichts dagegen, einfach mehr Flüssigkeit zu verwenden. Aber ab einer gewissen Verdünnungsrate wird das Ergebnis ein Getränk sein, und kein Pudding. (Oder zumindest etwas in der Art). Erschwerend kam noch hinzu, dass die kleinen Biester unglaublich hartnäckig in den Zahnzwischenräumen hängen bleiben. Alles in allem gab es also für mich keinen Grund, jemals wieder einen Chiapudding anzusetzen. Bis ich bei Pinterest über ein hübsches Foto stolperte, welches mich zu diesem Post führte. Clevere Idee. Besonders, weil die vielen guten Inhaltsstoffe durch das Zerkleinern vom Körper besser absorbiert werden können.


Aaaaaberrr....(wäre ja auch zu schön gewesen):

Ihr braucht für ein perfekt seidiges Puddingmousse wirklich einen Hochleistungsmixer. Sowas wie den völlig überteuerten Vitaminschredderer, für den seit einiger Zeit auf vielen Blogs Werbung gemacht wird. Im normalen Standmixer geht es aber auch ziemlich gut. Allerdings nur, wenn ihr die Menge mindestens verdoppelt. Für mich alleine ist das natürlich viel zu viel. Bei einem weiteren Versuch, dieses Mal mit dem Stabmixer, bekam ich nur einen Teil der Körnchen zerkleinert, der Rest blieb ärgerlicherweise intakt. Ein weiteres Experiment im Zerkleinerer endete gleich. Mehr Häcksel als Püree. Frustriert wusch ich das Maschinchen ab, versorgte es in der Schublade und da fiel mein Blick auf die Kaffeemühle. Und damit funktionierte es. Endlich. Zwar bekommt man mit dieser Vorgehensweise keine Mousse, aber einen glatten Pudding, der nicht wie eine Portion Froschlaich mit Sauce aussieht. Ganz wichtig: Bloss nicht mit Kakao und Gewürzen knausern, denn die Chiasamen selbst haben keinen wahrnehmbaren Eigengeschmack.


Für 2 Portionen:


Chia in der Kaffeemühle* so fein wie möglich mahlen. Mit allen trockenen Zutaten in einer Schüssel vermischen. Flüssigkeit unter stetigem Rühren zugiessen. Funktioniert am besten mit einem kleinen Schneebesen. Nach Belieben süssen und gleich servieren oder bis zu drei Tage im Kühlschrank lagern.

*Ich kann euch das Model 7580 von Cloer wärmstens empfehlen. Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und der Behälter kann abgenommen und ganz einfach gereinigt werden. 


Sonntag, 5. Oktober 2014

Herbstliches Sonntagssüss: Chocolate Chip Cookies



Einige fliegen zur Walnussernte nach Kalifornien, andere steigen einfach in den Bus und werden quasi fast vor der Haustüre fündig. Praktisch, gell? Vorletztes Wochenende konnten wir bei einem Spaziergang mit dem Wollschwein nebenbei über 2 Kilo Walnüsse zusammenklauben, die ich dann schubweise geknackt und gleich eingefroren habe. Die Bruchstücke wurden aussortiert und daraus die beliebten Choco-Chips-Cookies gebacken. Das Rezept habe ich vor über 20 Jahren aus einer Mädchenzeitschrift ausgerissen, trotz der verwirrenden Mengenangaben. Alles sollte in Tassen abgemessen werden, natürlich ohne jeglichen Hinweis, wieviel denn so eine Tasse fassen muss. 200 Milliliter? 250? 300? Oder mehr, weil bei den Amis ja alles ein bisschen bigger ist? Ich entschied mich für die goldene Mitte, weil der einzige kleine Messbecher den wir hatten, genau soviel fasste. Die ersten Versuche waren nicht schlecht, aber auch nicht überwältigend. Mich nervte vor allem die Sauerei mit der Butter. Schon mal versucht, weiche Butter in eine Tasse zu spachteln und nachher wieder rauszukratzen, ohne alles dabei zu verschmieren? Grauslich. So kam ich ganz schnell darauf, die Butter vor dem Abmessen zu schmelzen. Und siehe da, nicht nur die Handhabung vereinfachte sich, auch die Cookies wurden viel besser. Kein Wunder, bei der beinahe verdoppelten Buttermenge. :-)


Für etwa 24 Cookies:

  • 125 gr Butter 
  • 80 gr brauner Zucker 
  • 60 gr weisser Zucker 
  • Mark einer halben Vanilleschote
  • 2 kräftige Prisen Salz
  • 1 grosses Ei
  • 100 gr Walnüsse (oder Haselnüsse)
  • 150 gr Mehl
  • 1 Tl Backpulver
  • 100 gr dunkle Schokolade

Butter in einem kleinen Topf schmelzen und etwas abkühlen lassen. Beide Zuckersorten, Vanillemark und Salz in eine Rührschüssel geben. Geschmolzene Butter zugiessen und mit einem Schwingbesen gut verquirlen, dann das Ei unterrühren. Nüsse im Mixer oder von Hand fein hacken, ebenfalls in die Schüssel geben. Mehl und Backpulver untermischen. Schokolade klein hacken und mit einem Kochlöffel unter den Teig rühren. Schüssel abdecken und mindestens 2 Stunden, besser über Nacht, in den Kühlschrank stellen. Ofen auf 200 Grad vorheizen und das Backblech mit Backpapier belegen. Mit einem Löffel walnussgrosse Bällchen vom Teig abstechen, mit den Händen rund formen und auf ca. einen Zentimeter Teighöhe flach drücken. Auf das Blech legen, zwischen den Kullerchen einen Abstand von ca. 5 cm halten. Auf der mittleren Schiene einschieben und in 10-12 Minuten goldgelb backen. Nach 7 Minuten mit einem Löffelrücken vorsichtig plattieren, so bleiben sie innen ein wenig feucht. Auf einem Gitter auskühlen lassen und bloss nicht alle auf einmal vernaschen. Sie halten sich in einer Blechdose locker 2-3 Wochen.